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Informationen zu AIS

Arbeitsweise des AIS

Der Text dieser Information entstammt der Informationsbroschüre des BSH. Sie können die komplette Broschüre als PDF-Datei [7.534 KB] herunterladen. Wir danken dem BSH für die Genehmigung der Auszugsweisen Nutzung.

AIS steht für Automatisches Schiffs-Identifizierungs-System (Automatic Identification System). Mit AIS identifizieren sich Schiffe und geben relevante statische, reisebezogene und dynamische Daten für andere eindeutig bekannt.

Die statischen Daten geben Auskunft beispielsweise über den Schiffsnamen, das Internationale Funkrufzeichen, den Schiffstyp und die Abmessungen des Schiffes. Diese Daten sind charakteristisch für das betreffende Schiff und ermöglichen seine Identifikation.

Zu den reisebezogenen Daten gehören der aktuelle Tiefgang, der Bestimmungshafen, das ETA (geplante Ankunftszeit) sowie u.U. eine Angabe zur Ladungskategorie. Diese Daten sind zumindest für eine Reise feststehend und geben Auskunft über die aktuelle Mission des Schiffes.

Die dynamischen Daten sind für die Kollisionsverhütung mit anderen Schiffen von besonderer Bedeutung. Zu diesen Daten zählen genaue Angaben über die Position des Schiffes, seine Geschwindigkeit und sein Kurs über Grund, die exakte Vorausrichtung oder auch das momentane Drehverhalten des Schiffes.

Zwischen AIS-Geräten werden diese Daten automatisch in kurzen Zeitabständen mit speziellen UKW-Sendern und Empfängern ausgetauscht.

Zu einem AIS-Bordgerät gehört ein (D)GNSS-Empfänger zur hochpräzisen Ermittlung der Zeit, eine UKW-Sendeund Empfangseinheit und ein Steuergerät. (D)GNSS bedeutet „(Differential) Global Navigation Satellite System“ und bezeichnet Satellitennavigationssysteme wie das GPS .

Ein bordeigener Positionssensor (oftmals im AIS-Gerät integrierter GPS-Empfänger) stellt die Positionsdaten des Schiffes zur Verfügung. Das Steuergerät kombiniert diese Informationen mit weiteren an Bord verfügbaren Daten. Diese Daten können sowohl fest gespeichert sein wie z.B. der Schiffsname, das Rufzeichen oder die Abmessungen des Schiffes oder sie stammen von weiteren
bordeigenen Sensoren, wie der durch den Kompass angezeigte gesteuerte Kurs oder die Schiffsgeschwindigkeit durchs Wasser.

per AIS übertragene Informationen

Nach den internationalen Festlegungen werden folgende Daten bei der Übertragung berücksichtigt:

1. Statische Informationen:
-IMO Nummer (wenn verfügbar)
-Rufzeichen & Name
-Länge und Breite
-Art des Schiffes
-Referenz-Position des Positionssensors

2. Dynamische Informationen:
- Position des Schiffes
- Zeitpunkt in UTC, zu dem die Position ermittelt wurde
- Kurs über Grund
- Fahrt über Grund
- gesteuerter Kurs (Kielrichtung; Heading)
- Status (z.B. manövrierunfähig)
- Wendegeschwindigkeit

3. Reisespezifische Informationen:
- Tiefgang des Schiffes
- Ladungskategorie
- Zielhafen und ETA
- Routenplan (optional)

4. kurze Sicherheitsmeldungen

Datenübertragung

Intervalle der Positionsreporte

Schiff vor Anker 3 min
Schiff 0-14 kn 10 sec
Schiff 0-14 kn schnell manövrierend 3,3 sec
Schiff 14-23 kn 6 sec
Schiff 14-23 kn schnell manövrierend 2 sec
Schiff >23 kn 2 sec
Schiff >23 kn schnell manövrierend 2 sec
Sportboot 30 sec

Dabei beträgt die Aktualisierungsrate für statische Informationen sechs Minuten und auf Anfrage, die der reisespezifischen Informationen ebenfalls sechs Minuten und bei Änderung oder auf Anfrage, und die der dynamischen Daten nach o.g. Tabelle.

Die Übertragungskapazität des AISSystems ist hoch, da die Länge eines Zeitschlitzes 26,6 Millisekunden beträgt. Es können mehr als 2000 Telegramme pro Minute auf einem einzelnen UKW – Kanal übertragen werden.

Das Verfahren des Datenaustausches ist weltweit standardisiert und funktioniert auf allen Weltmeeren, so dass sich auch mit AIS-Bordgeräten verschiedener Hersteller ausgerüstete Fahrzeuge, die sich auf offener See begegnen, gegenseitig "sehen" können.

AIS blickt "um die Ecke"

AIS ermöglicht abhängig von der UKW-Reichweite den Blick über Hindernisse hinweg und ergänzt damit die Radarbilddarstellung.

Abhängig von der Antennenhöhe hat ein AIS-Bordgerät eine Reichweite von 20 bis 30 Seemeilen.

In der folgenden Abbildung sind die wertvollen, ergänzenden Informationen eines AIS-Systems (automatic identification system) zu den Radarinformationen deutlich sichtbar.

Vergleich Radar / AIS

AIS und RADAR Diese Abblidungen zeigen die wertvolle Ergänzung des Radars durch ein aktives AIS-System.

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